Sechzehntage sind eine lange Zeit für ein Festival und die müssen naürlich gefüllt werden. Nach fast schon euphorisierenden ersten Eindrücken, die sich aus einer Reihe sehr konsequenter, bedenkenswerter Produktionen speisten, gestern der Einbruch. Fun, Laughs , Good Time feiert angeblich die Pop Idole des norwegischen Choreografen Ludwig Dae. Was endlose 40 Minuten lang zu sehen ist, sind geloopte Tanzbewegungen dreier Menschen in neonleuchtenden Wallegewändern in der Ästhetik eines psychedelisch aufflackernden Bildschirmschoners. Kein Fun. Kein Gelächter. Keine gute Zeit. Dafür lauwarmer Weißwein, der das Publikum auch nicht lockerer macht.
Gleich danach geht es zu When I Die der Uraufführung einer musikalischen Geisterbeschwörung. Das Konzept las sich vielversprechend. Grundlage des Abends für drei Musiker und zwei Schauspieler sind Kompositionsfragmente, die Rosemary Brown (1916-2001) von verstorbenen Komponisten eingegeben worden sein sollen. Sehr langsam entfaltet sich ein spukiges musikalisches Ambiente aus fallenden Teetassen und penetranten Nebelschwaden. Zarte, immer wieder reizvolle Klangeffekte auf und unter verteilten Klavieren machen neugierig auf Verdichtungen, eruptive Geisterscheinungen und geistreiche Überraschungen. Doch wenig davon passiert. Die aufgeblasene Erwartung entweicht schrumpelnd wie der Geist aus seiner undichten Flasche. Pffffft.